Niños misioneros: “Kindermissionar” in Cuatro Cañadas / Bolivien

Vier kleine Missionarinnen warten auf ihre Schwester

Franziskanerinnen betreuen in der Pfarrei St. Jakobus in Cuatro Cañadas ein Pfarr- und Jugendzentrum. Dort lernen Kinder und Jugendliche, die oft aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, das Notwendigste wie Grundkenntnisse in Lesen und Schreiben. Aber auch das christliche und soziale Miteinander wird durch praktisches Vorleben und lesen von kindgerecht erzählten Geschichten aus der Heiligen Schrift unterstützt. Musik und Sport kommen auch nicht zu kurz und oft ist es notwendig, den Kindern wenigstens hier eine ordentliche Mahlzeit zu geben. Die Jüngsten nennen sich „niños misioneros“. Sie bereichern nicht nur das Gemeindeleben in der Pfarrei, sondern nehmen das Gelernte mit in ihre Familien und zu ihren Freunden.

 

Erfahrung mit Schmerz

Vor kurzem wurden alle eingeladen, in einem Kinderchor mitzusingen und die Gottesdienste zu verschönern. Sofort meldete sich fast jedes Kind. Alle kamen voller Begeisterung zum gemeinsamen Üben. Das Singen und Feiern in der Gruppe war wohltuend für die Kinder.

Dennoch gab es eine schmerzhafte Erfahrung: Unter den Kindern gab es einen zehnjährigen Jungen mit Namen Elías. Sein Vater war schwer erkrankt und litt große Schmerzen. Die Krankheit war schon im fortgeschrittenen Stadium und er hatte nur wenig Geld für Medikamente. Seine Frau Leticia, eine starke Frau und Mutter von sechs Kindern, besuchte ihn über Wochen täglich im Krankenhaus. In der Zeit kümmerte sich Elías um seine zwei jüngeren Geschwister. Sein Vater wurde von allen Dorfbewohnern „Don Choco“ gerufen, da er es war, der nach der großen Überschwemmung im Jahre 2006 das Heft in die Hand nahm und in der Dorfgemeinschaft bei vielen Problemen anpackte und in der schwierigen Situation überall beim Wiederaufbau half.

 

Gemeinsam stark im Glauben

Als sein Vater starb, weinte der kleine Elías sehr. Seine Freunde in der Kindergruppe in Santa Clara waren ihm in dieser schwierigen Zeit eine große Hilfe. Als Missionare fühlten sie mit ihm und trösteten ihn. Den Mädchen und Jungen im Zentrum wurde klar, dass Jesus bei ihnen war und durch ihr Verhalten haben sie die frohe Botschaft weitergetragen. Ihre kleinen Gesten und der Rückhalt der Gruppe halfen ihnen allen zu glauben, dass der Vater von Elías im Himmel für sie eintritt, weil auch er an diesen Jesus glaubte, der gestorben und auferstanden ist.

Sie glauben fest, dass sie sich eines Tages wiedersehen, zusammen mit Jesus Christus; dort wo es keine Schmerzen und Krankheiten mehr gibt. Gott umarmt uns, er ist unsere Kraft. Er gibt uns Sicherheit, unseren Weg fortzusetzen, denn er ist Teil unseres Lebens.

 

Aparecida Antonia Munarini OFS

Aparecida Antonia Munarini ist eine der drei Franziskanerschwestern der Kongregation „Hermanas Franciscanas de la Penitencia“, die für die Pfarrei „Apóstolm Santiago“ mit der Bevölkerung in und um Cuatro Cañadas arbeiten. Ihre Arbeit umfasst die Katechesearbeit, Hausbesuche, Liturgie und die Arbeit mit Jugendgruppen.



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