Projektbeispiele

Franziskanische Seelsorge in Kolumbien: Fallbeispiel aus der Gemeinde "Jesucristo Liberador"

Maria war Lehrerin, und sie liebte ihren Beruf. Doch dann geriet das Dorf, in dem sie arbeitete, zwischen die Fronten zweier verfeindeter Rebellengruppen. Marias Schülerinnen und Schüler wohnten teils auf dem Gebiet der einen, teils auf dem Gebiet der anderen Gruppe. Als die Lehrerin die Kinder beider Ortsteile besuchen und unterrichten wollte, erhielt ihre Familie von beiden Rebellengruppen Morddrohungen. Die Familie floh in die Hauptstadt Bogotá, wo sie hoffte, Arbeit und eine Wohnung zu finden.

Doch beide Hoffnungen erfüllten sich nicht. Stattdessen entfernt Maria nun für eine Reinigungsfirma den Müll aus einem Park. Das Geld, das sie dafür erhält, reicht knapp fürs Essen, geschweige denn auch noch für eine Wohnung. Die Familie lebt daher in einer Wellblechhütte nahe der zentralen Müllkippe der acht Millionen Einwohner zählenden Metropole.

Dort gehören sie zu der Gemeinde Jesucristo Liberador,  „Jesus Christus, der Befreier“, die im Jahr 2009 gegründet worden ist. Die Franziskaner besuchen dieses und die 18 anderen Viertel der Gemeinde regelmäßig und spenden dort auch die Sakramente. Die Leitung der Gemeinde aber hat eine Frau. 

Nach der Gründung der Gemeinde hat man die Menschen dort erst einmal nach ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen gefragt. Das Ergebnis: Die Jugendlichen, die durch das von Gewalt geprägte Umfeld Gefahr laufen, selbst kriminell zu werden, würden gerne mit Tanz, Musik und Theater ihre Träume ihre Freizeit gestalten. Daher plant die Gemeinde den Bau eines kleinen Raumes, in dem die Jugendlichen, aber auch die Kommunionkinder und andere Gruppen der Pfarrei sich treffen können.

Auch von einem einfachen Kirchenraum träumen die Gemeindemitglieder. Bis jetzt kommen sie zum Gottesdienst zwischen provisorisch miteinander verbundenen Wellblechplatten zusammen.

Bitte helfen Sie mit, dass die Menschen aus der Gemeinde Jesucristo Liberador sich zum Gottesdienst und zu Gemeindeveranstaltungen treffen können.